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21-08-21 14:32 Alter: 27 Tage

AfD auf strategischen und historischen Abwegen:

Kategorie: Politik / Wirtschaft, Geschichte

Die Opferung historischer Wahrheit für Liberalen- und Putin-Sympathie?

Fotomontage: Gauland und Operation Barbarossa
Fotomontage: Gauland und Operation Barbarossa

Den Vorwurf einer zu großen Nähe zum Nationalsozialismus bestätigte AfD-Franktionsvorsitzender Alexander Gauland mit seiner Bundestags-Rede am 6. Juni jedenfalls nicht. Allerdings auch nicht die Nähe zur historischen Wahrheit. Wenige Tage bevor AfD-Vorstand Tino Chrupalla in Moskau weilte, erklärte Gauland dem Bundestag, was man dort schon wußte: Daß Hitler die Sowjetunion 1941 überfallen habe, und zwar um Lebensraum im Osten zu gewinnen. Die Wehrmacht, so Gauland weiter, habe ihre Ehre beschmutzt, weil sie Hitler in einen Vernichtungskrieg gefolgt sei: Dazu gehörte nach Gauland ebenso das massenweise Verhungernlassen von Kriegsgefangenen wie die Zerstörung der Infrastruktur. Eine russische, weißrussische oder ukrainische Kultur, so Gauland,  sollte es nicht mehr geben. Schließlich wollte Hitler sogar das gesamte Land von der Landkarte tilgen.

Damit reiht Galand eine ganze Reihe von Lügen und Falschdarstellungen aneinander. Denn verhungernde Kriegsgefangene waren, anders als später sowohl bei West- als auch bei Ostalliierten, nicht geplant, sondern Folge von Versorgungsschwierigkeiten angesichts der großen Masse Kriegsgefangener. Besonders perfide ist die Behauptung der Zerstörung der russischen Infrastruktur. Denn tatsächlich waren es die Sowjets, die auf ihrem Rückzu alles anzündeten, was den Deutschen nützlich sein konnte – wie übrigens schon 1812 bei Napoleons Vorstoß. Was die These des Präventivkrieges angeht, so ist diese mittlerweile gut belegt: Zum einen existierte der schon auf Lenin zurückgehende Anspruch auf die Errichtung des Weltkommunismus und die Formel der Ausnutzung von Streitigkeiten zwischen  anderen Staaten zur eigenen Expansion, und das noch vor Niederschrift von Hitlers Werk „Mein Kampf“ und dem dort offenbarten Wunsch nach Lebensraum im Osten. Zum anderen liegen auch ganz konkrete Hinweise auf die sowjetische Absicht vor, noch im Jahr 1941 offensiv nach Westen vorzustoßen: 
Stalins Operationsplan vom 18. September 1940, der Schukow-Plan von Mai 1941, die Bereitstellung von zahlreichen Divisionen mit 24.000 Panzern und Tausenden Flugzeugen nahe der deutschen Grenze, bei deren Generalstäben Kartenmaterial sichergestellt wurde, aus dem die sowjetische Absicht deutlich hervorgeht.

Warum aber diese an den Tag gelegte Unkenntnis Gaulands? Eine Anbiederung an die Altparteien schiedet wohl aus, da die Rede in den führenden Medien nicht einmal erwähnt wurde. Wohl eher in Frage kommt eine Anbiederung an Moskau, wo die sowjetische Expasionspolitik mittlerweile als ebenso sakrosankt gilt, wie der „große vaterländische Krieg“ Stalins gegen Hitler-Deutschland.
Auch wenn diese Taktik neue Sympathien in Rußland hervorrufen könnte, wird ihr der Verrat der historischen Wahrheit unzweifelhaft inländische Wählerstimmen kosten, vor allem innerhalb nationaler Kreise, die die Meuthen-AfD systematisch weiter vergrault.

Dies ist umso bedauerlicher, als daß die AfD die einzige politische Kraft darstellt, die das Potential besitzt, die Abschaffung Deutschlands auf parlamentarischem Wege zu stoppen.


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