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31-07-11 17:21 Alter: 8 Jahr/e

Die Rückkehr des Nurflüglers?

Kategorie: Wissenschaft, Geschichte

VON: ADMIN

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Airbus 20.30-Projekt
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Der deutsche Erfindergeist hat seine Belastungsprobe bestanden“

Mit diesen markigen Worten kommentierte der damalige Reichspropagandaminister Joseph Goebbels die Entwicklung deutscher „Wunderwaffen“, die er kurz zuvor mit eigenen Augen gesehen hatte. Lange Zeit hielt die Forschung die altbekannten V-Waffen, und Strahlflugzeuge für jene so gefeierten Waffen. Die V-Waffen Euphorie der letzten Kriegswochen wurde zum Propagandatrick verklärt . Doch nicht der Marschflugkörper V1, die Fernrakete V2 oder die Strahlflugzeuge vom Typ Messerschmidt 262 und Heinkel 162 lösten bei Goebbels und anderen Kadern der NSDAP eine derartige Begeisterung aus, sondern Flugzeuge und Waffen, die ihrer Zeit noch weiter voraus waren. Eng verbunden mit den deutschen technischen Innovationen im Bereich der Luftfahrt ist der deutsche Konstrukteur und Flugzeugbauer Hugo Junkers, dessen Todestag sich am 3. Februar zum 75. mal jährte. Er konstruierte den ersten Metallflügel im Flugzeugbau und ließ sich im selben Jahr – 1910 – das Nurflügelflugzeug patentieren. Auch das erste Strahltriebwerk der Welt kam 1939 aus dem Hause Junkers: der Jumo 004. Damit steht der Name Junkers am Beginn einer Forschung, die geradewegs ins 21. Jahrhundert weist: Die Entwicklung eines strahlgetriebenen Nurflüglers als Passagierflugzeug der Zukunft!

Hamburg, 20. Januar 2010, fast genau 75 Jahre nach dem Tode Hugo Junkers. „Wenn der Markt es verlangt, sind die Hersteller relativ schnell“, kann Prof. Werner Granzeyer seine Freude kaum verbergen. In wenigen Monaten endet das Projekt zur Optimierung der elektronischen Steuerungsmodule für ein neues Passagierflugzeug: Ein nur aus einem Flügel bestehendes Fluggerät. Unter der Projektbezeichnung „ac2030“ arbeiten seit 2005 Wissenschaftler der Hochschule für angewandte Wissenschaften Hamburg mit Unterstützung des Airbus-Konzerns EADS an einem Modell, das im Juni 2009 seinen Jungfernflug absolvierte.

Neben diesem Projekt laufen bereits Studien anderer Entwicklungsfirmen, die an ähnlichen Konzepten arbeiten.

Seit 2008 firmiert ein von der Europäischen Kommission initiiertes Großprojekt unter der Bezeichnung Aqua 2020. Techniker der TU Wien entwickeln ebenfalls mit namhaften Firmen wie „EADS“ einen vollkommen neuen Flugzeugtyp. Das Ziel aller Projekte: Ein deutlich geringerer Treibstoffverbrauch, Halbierung des herkömmlichen CO2-Ausstoßes und komfortablen Platz für mehrere Hundert Passagiere. Das zur Umsetzung angestrebte Konzept der Wissenschaftler ist ein revolutionär anmutender Nurflügler – ausgestattet mit einer elektronisch optimierten Steuerung.

Mit seinen Beteiligungen an diesen Projekten reagierte Airbus auf ein bereits im November 2003 gestartetes Unternehmen des Cambridge-MIT Institute (CMI), das ebenfalls unter Mithilfe verschiedener Institute an einem neuartigen Flugzeugtypen arbeitet, der kostengünstiger und vor allem geräuschärmer betrieben werden kann.

Während Prof. Granzeyer, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit am HAW Hamburg, optimistisch ist, daß im Jahre 2030 die ersten Nurflügel-Passagierflugzeuge vom Band rollen, reagieren Airbus-Verantwortliche zurückhaltend. „Airbus beteiligt sich an diversen Projekten und Forschungsinstituten“, teilte jüngst ein Pressesprecher auf Anfrage mit. „Zur Zeit steht allerdings der neue, doppelstöckige A-380 der deutsch-französischen Flugzeugbauer im Rampenlicht. Der Jungfernflug des bis zu 850 Passagiere fassenden jüngsten Sprosses der Airbusfamilie war von der Weltöffentlichkeit mit Spannung erwartet worden. Entgegen der sensationsheischenden Ankündigung bietet der neue A-380 allerdings wenig neues – weder hinsichtlich seines Designs noch seiner Leistungen. Doppelstöcker gehören ebenso wie das knapp 700 Passagiere fassende Flugzeugungetüm – der Jumbo-Jet A 747 – fast schon zum alten Eisen in der Flugzeugtechnologie.

Trotz aller Wasser die in den Airbuswein fließen, verdient der Konzern eine hohe neunstellige Zahl am neuen Flieger. Nicht zuletzt aufgrund der projektierten Auslastung bis 2020, glaubt Airbus-Pressesprecher Tore Prang nicht an eine Realisierung eines Passagier-Nurflüglers in den nächsten Jahrzehnten, „schon gar nicht bis zum Jahr 2030“.

Anders bei Boeing; beim US-amerikanischen Konkurrenten ist die Affinität zu neuen Typen scheinbar größer. Nicht von ungefähr, denn hier hat die Schwesterfirma Lockheed bereits große Erfahrungen mit dem Bau von Nurflüglern gesammelt, allerdings ausschließlich für die militärische Nutzung: Sowohl der Lockheed B-2 „Tarnkappenbomber“ als auch das Kampfflugzeug F-117 aus dem Hause Northrop basieren auf diesem Prinzip. Auch das seit Jahrzehnten durch die Fachgazetten schwirrende „Projekt Aurora“, ein angeblich bis zu Mach-7 schneller Fernaufklärer, der als modernste Entwicklung der ultrageheimen Skunk-Works Abteilung („Stinktier“) von Lockheed Martin gilt, ist als nurflügler angelegt. Das bislang noch nie fotografierte Flugzeug gehört zu jenen Entwicklungen, deren Erscheinen regelmäßig zu Ufo-Spekulationen der eingefleischten Fangemeinde führt.

Das jüngste militärische Nurflügel-Projekt aus dieser Skunk-Works-Abteilung wird zur Zeit von Boeing in Kooperation mit der NASA ganz offiziell entwickelt: Der X-48 B „Blended Wing Body (BWB)“. Der Nurflügel-Prototyp absolvierte im Juli 2007 seinen Jungfernflug und soll als Basis eines ferngesteuerten Truppentransporters oder zum Abwurf "smarter" Bomben und Raketen Verwendung finden. Zugleich dient er als Grundlage für das anvisierte Passagierflugzeug. Der aus militärischem Blickwinkel entscheidende Vorteil bei diesem Design entfällt allerdings bei Passagierflugzeugen: Die Unsichtbarkeit für das Radar, die sogenannte „Stealth-Eigenschaft“, die dem Flieger ein unbemerktes Eindringen in den gegnerischen Luftraum ermöglicht. Eine für Passagierflugzeuge nicht dringend notwendige Eigenschaft. Dennoch gibt es „Gerüchte, dass Boeing bereits 2012 einen Nurflügler als Frachter- und Tankflugzeug auf den Markt bringen will - als Reaktion auf einen womöglich äußerst erfolgreichen A380.“

Haupthindernis: Die bislang unerreichten Vorgaben der Industrie. Insbesondere die angepeilte Treibstoffeinsparung von 30 Prozent, die das Nurflügelkonzept zu einer guten alternative herkömmlicher Flieger machen würde, ist zur Zeit wenig aussichtsreich. Die Werte liegen „bei gerade einmal 10 Prozent Einsparung“, wie AC-Projektleiter Werner Granzeyer verrät.

Zu wenig für einschneidende Veränderungen. Dagegen scheint ein weiteres typisches Problem des Nurflüglers weitgehend im Griff: Die Steuerung. Das am Hamburger Institut bis 2010 laufende Experiment ist zwar lediglich eine Voruntersuchung, die sich mit einem Modell begnügen muß, dennoch sind die Ergebnisse mehr als zufriedenstellend. Vor allem weil die Steuerung als Achillesferse dieses Flugzeugtyps gilt.

Bereits in der heute weitestgehend unterschlagenen Historie des Nurflügeltyps, die uns in das Deutschland der 30er Jahre zurückführt, lag hier das größte Problem.

Die Ideen Hugo Junkers aufgreifend, hatten sich vor allem Prof. Alexander Lippisch und die Brüder Horten einen Namen auf dem Gebiet der revolutionären Flugzeugtechnik erworben.

Nach Herstellung eines Nurflügel-Segelfliegers Anfang der 30er Jahre wurden nach Kriegsbeginn bis 1941 mehrere Exemplare der Segelflug-Horten H I-H IV für militärische Zwecke gebaut. 1943 hatte dann die Düsenversion ihre Premiere – mit Strahltriebwerken der Firma Junkers. Anläßlich der Luftwaffenausschreibung für ein Flugzeug, welches 1000 kg Bombenlast bei 1000 km/h Geschwindigkeit 1000 km weit tragen kann (Projekt 1000x1000x1000). Unter der Bezeichnung „Sonderkommando IX“ entstand in Göttingen die Horten H IX, die 1944 erstmals, und als Düsenprototyp am 2. Februar 1945 flog. Für die Serienproduktion sollte die Bezeichnung Horten Ho 229 (bzw. Horten Go 229, nach den Gothaer Waggonfabrik, wo die ‚Produktion erfolgte) gewählt werden. Ein besonderer Clou des Projektes: Durch Beplankung mittels einer mit Kohlestaub vermischten Leimschicht sollte eine Absorption von Radarstrahlen erzielt werden. Der erste Tarnkappenbomber der Geschichte! Aufgrund von Problemen mit dem Fahrwerk, wurden schließlich nur 6 Prototypen gefertigt. Ein weiterer Prototyp war unter der Bezeichnung Horten H XIIIa als Überschallprojekt angelegt. Auch hier konnte auf Erfahrungen von Hugo Junkers zurückgegriffen werden. Dieser Typ unternahm lediglich einige Segelflugversuche ohne Triebwerke.

Flash ist Pflicht!

Neben den Horten-Entwicklungen befassten sich auch noch andere Luftfahrtfirmen mit dem Konzept des Nurflüglers: Focke-Wulf (Entwurf für die 1000x1000x1000 Ausschreibung) und Lippisch, der einen mit Kohlenstaub angetriebenen Düsenkampfflugzeug unter der Bezeichnung P 13 entwickelte, der als weiterentwickeltes Deltaflugzeug P 13B sogar noch gebaut wurde.

Auf einer Flugzeugentwurfskonferenz im Herbst 1944 forderte Göring schließlich den Bau eines Fernkampfbombers mit 9000 Kilometer Reichweite und einer Bombenlast von 4000 Kilo („Amerika-Bomber“). So kam es zu weiteren Projektentwicklungen der führenden Firmen: BMW (Strahlbomberprojekt II) , Messerschmidt (P 1107 / P 1108), Junkers (EF 130). Das bekannteste dieser Flugzeuge der neuen Generation war der Arado E 555, für den schließlich 11 verschiedene Prototypen konzipiert wurden – ohne daß je einer gebaut wurde.

Den Zuschlag für das Fernbomberprojekt, das nach Verzögerungen auf direkten Befehl Reichskanzler Adolf Hitlers am 20. Januar 1945 höchste Priorität erhielt, bekamen schließlich die eigentlich gar nicht vorgesehenen Horten-Brüder. Am 12. März 1945 erfolgte die Vertragsunterzeichnung für den Bau der Horten H XVIII – einem Langstrecken-Nurflügel-Bomber mit vier Strahltriebwerken. Einer unbestätigten Mitteilung des Reichsluftfahrtministeriums (RLM) zufolge soll am 1. April sogar die Produktion in den unterirdischen Anlagen von Kahla / Thüringen angelaufen sein – 12 Tage vor Eroberung der Produktionsstätten durch US-Truppen.

Eine Weiterentwicklung, die von Junkers-Ingenieuren auf Grundlage des eigenen EF-130 und des Horten-Projektes schon damals als Passagierflugzeug der Zukunft vorgesehen war, konnte nicht mehr umgesetzt werden. Mit ihrem Entwurf beendeten die Junkers-Ingenieure jedoch die Geschichte des bisherigen Nurflügelbaus in Deutschland, der unter demselben Namen 1910 begonnen hatte.

Die theoretischen Voraussetzungen für eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte sind geschaffen. Nicht zuletzt dank des – erneuten deutschen Erfindungsgeistes. Doch ob das Nurflügel-Passagierflugzeug tatsächlich Realität wird bleibt abzuwarten. Hugo Junkers hätte seine Freude daran.


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