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31-07-11 14:03 Alter: 8 Jahr/e

„Geheimbünde“ und „Geheimwaffen“ des Dritten Reiches

Kategorie: Geschichte

VON: ADMIN

.... im Spiegel der jüngeren Literatur


Eine fokussierte Sichtung deutscher und anglo-amerikanischer Veröffentlichungen

Vorliegende Darstellung widmet sich den Veröffentlichungen zu einem Themengebiet, welches in der Regel von der sogenannten Verschwörungs- und Okkultliteratur aufgegriffen wird und um das für gewöhnlich die akademische Forschung einen weiten Bogen macht: Vermeintlichen Geheimbünden, die als esoterische Drahtzieher die NS-Herrschaft prägten und dabei eine verborgene Rolle bei der Entwicklung der „Wunderwaffen“ des Dritten Reiches eingenommen haben sollen. Eine politische Dimension der Thematik impliziert die Existenz verschiedener Vereinigungen, die sich als wahre Erben des nicht untergegangenen Deutschen Reiches sehen, und sich argumentativ auch auf eine „Dritte Macht“ reichsdeutscher Provenienz stützen, die mit ebenjener „Wunderwaffen-Technologie“ noch heute die Weltpolitik beeinflussen würden.

Wenn von Geheimbünden des Dritten Reiches die Rede ist, so fallen in erster Linie die Namen der Thule- Gesellschaft und des „Amtes Ahnenerbe“. Während erstere nach wissenschaftlicher Aufarbeitungi – im Gegensatz zur häufigen Unterstellung einer gewichtigen Hintergrundrolle als Drahtzieher der NS-Protagonisten in früheren Publikationen - nur noch marginal in der jüngeren Literatur als noch zur Zeit des Dritten Reiches wirkend erscheint, wird letztere trotz einer bereits 1969 publizierten umfassenden wissenschaftlichen Abhandlung Michael Katersii um so nachhaltiger in einen solchen Zusammenhang gebracht. Dies liegt insbesondere daran, daß Kater Bedenken hinsichtlich der Befassung des Ahnenerbes mit okkulten und geheimen Forschungen mit seinem Hinweis auf fehlende Akteniii nicht restlos ausräumen konnte und überdies eine enge Verflechtung des Ahnenerbes mit dem „Persönlichen Stab RF-SS“ bestand, in dem sich – anders als im tatsächlichen Ahnenerbe – in der Tat eine Reihe ominöser okkultophober Persönlichkeiten tummelten, auf die unten kurz eingegangen wird.iv

So konnte man noch kürzlich in der gemeinsamen Veröffentlichung des notorischen „Nazi-Chefaufklärers“ Anton Maegerle (alias Gernot Modery) und seines Coautoren die Legende vernehmen, nach der „die sektiererischen Ursprünge der NSDAP“ im Ahnenerbe „Unterschlupf“ gefunden hättenv

Ahnenerbe & Tibet-Expedition

Andere Veröffentlichungen gingen zwar vorsichtiger zu Werke, konnten jedoch nach wie vor eine wichtige Rolle des Ahnenerbes insbesondere in der Knüpfung „okkulter Kontakte“ ausmachen, die sich insbesondere mit der Ernst-Schäfer-Expedition nach Tibet 1938/39 manifestierten; Tibet wiederum spielt dabei eine an „aufklärerische Broschüren Ludendorffs aus der Zeit der 30er Jahrevi erinnernde Rolle als heimliches Zentrum „schwarzmagischer Tätigkeit“ und wichtigster Verbündeter der damaligen Achse des Bösen aus Nationalsozialismus und Faschismus - hier ist insbesondere Trimondis stark anti-tibetisch erscheinendes Werk „Hitler, Buddha, Krischna“ zu nennen.

Grundlage dieser Deutung ist die lange Zeit umstrittene Zielrichtung der Expedition, die nach mehrfach publizierter Auskunft Schäfersvii vor allem in der geologischen und ethnographischen Erfassung von Flora und Fauna des Hochhimalayraumes lag, aufgrund der auch filmisch dokumentierten rassekundlichen Untersuchung Begersviii und diversen Treffen der Expeditionsteilnehmer mit Würdenträgern Tibets jedoch auch im Erweis einer arischen Abstammung von tibetischen Bevölkerungsteilen sowie der Anbahnung politischer – vielleicht sogar okkulter? - Kampfbündnisse gelegen haben könnte.

Für diese lange Zeit von der orthodoxen Forschung gemiedene Episode nationalsozialistischer Forschung entspannte sich vor allem in den letzten Jahren in den USA ein größeres Interesse, das geprägt war von einer Mischung aus Faszination und Abscheu, wobei ein starker Hang nach Verwendung typischer NS- und SS-Symbolik in der Aufmachung unverkennbar war.

Eine für diese Sparte typische anglo-amerikanische Veröffentlichung, die ebenfalls bei aller warnenden Kritik eine gewisse Empathie nicht verhehlen kann, liegt seit 2006 mit Christopher Hales populärwissenschaftlichem Ansatz Himmler´s Crusade vor, das mit seiner umfassenden Auseinandersetzung mit der Tibet-Expedition zu den erstzunehmenden US-Publikationen zu zählen ist, vermochte der Autor doch über Bruno Beger, den letzten lebenden Expeditionsteilnehmer von 1938/39, an Primärquellen zu gelangen, die deutschen Veröffentlichungen aufgrund der Negativerfahrungen Begers mit dem Forscher Kater seitdem verschlossen blieben.ix

Diesen Mangel an Augenzeugenberichten erregt insbesondere Peter MierausDie Nationalsozialistische Expeditionspolitik“, das unverständlicherweise ganz auf die englischen populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen verzichtet und sich allein auf deutsche Aktenbestände beschränkt.x Zwar wertet Mierau die Bestände des Bundesarchivs Berlin sowohl zu den deutschen Bergexpeditionen der 30er Jahre („Nanga Parbat“ u.ä.) als auch zu Schäfers und weiteren geplanten Tibet-Expeditionen mit bewundernswerter Akribie aus, allein sind es gerade die bei Hale durchschimmernden Eindrücke Begers die ebenso vermißt werden, wie amerikanische Aktenbestände, die gerade in der jüngsten Zeit zunehmend der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden („Freedom of information act“xi) und so mit zur neuen Begeisterung für den dortigen „SS-Kult“ sorgten.

Zu gute zu halten ist Mierau jedoch, die Richtigstellung vieler Un- und Halbwahrheiten im Zusammenhang mit der Tibet-Reise und Schäfers Rolle innerhalb des Ahnenerbes. So wird vor allem deutlich, daß sich die deutschen Tibet-Forscher bei ihren Treffen mit Tibets Politprominenz auf Neuland begaben, das erst noch sondiert werden mußte und dementsprechend von einer Knüpfung wie auch immer gearteter Bündnisse zumindest zu diesem Zeitpunkt noch keine Rede sein konnte.xii Ebenso rückt Mierau das Interesse für okkulte Praktiken ins rechte Licht, wenn er von einer wissenschaftlich-distanzierten Neugier statt vereinzelt behaupteter regelrechter Anziehung eines „morbid-veranlagten“ Begers spricht. Schließlich ist es auch Mieraus Verdienst das immer wieder falsch dargestellte Detail der Trennung zwischen der Ahnenerbestätte für Asien und Expeditionen und dem der Universität München angegliederten Sven-Hedin-Institut zu unterscheiden, was dem Laien marginal erscheinen dürfte, wissenschaftlich jedoch nicht ohne Bedeutung ist.

Eine im gleichen Verlag jüngst erschienene Arbeit, befaßt sich nunmehr erstmals mit einem der bedeutendsten Protagonisten des fokussierten Ahnenerbes, dem Kurator Walther Wüst. Während die Untersuchung Maximilian Schreibers mit vielen Vorbehalten hinsichtlich der Rolle Wüsts aufräumt, für den Wissenschaftlichkeit vor Parteibuch ging und der auch vor dem Einsatz für mißliebige Kollgen nicht zurückschreckte, mindert die vornehmliche Betrachtung Wüsts Rolle als Dekan der Uni München den Wert der Veröffentlichung als klassische Biographie, klammert sie doch die gerade wesentlich erscheinende Rolle als Kurator des Ahnenerbes weitestgehend aus. Zwar wird im Verlauf der Darstellung auch immer wieder das Amt Ahnenerbe erwähnt, jedoch bleiben hier viele Fragen offen, die nach einer ganzheitlichen Biographie Wüsts schreien, die durch diese Teilbiographie jedoch in weite Ferne gerückt sein dürfte.

Der „Persönliche Stab RF-SS“ & das Ahnenerbe

Insbesondere zu den beiden bekanntesten Mitgliedern des Stabes, Otto Rahn und Karl-Maria Wiligut alias Weisthor – oft als „Rasputin Himmlers“ characterisiert - liegen bislang zwei Biographien aus der Feder Hans-Jürgen Langes vor,xiii die sehr wissenschaftlich gehalten sind, jedoch noch nicht alle Fragen restlos zu klären vermochten. Vergeblich wartet der deutsche Sprachraum auch auf eine überarbeitete Neuauflage der vergriffenen Weisthor-Biographie, die bereits für 2005 beim Verlag Tegtmeier Nachf. angekündigt war.xiv Im Zusammenhang mit Otto Rahn, einem Forscher, der sich mit der Tradition der Katharer und dem Heiligen Gral befaßte und zu diesem Zweck Anfang der 30er Jahre im französischen Languedoc Forschungen betrieb, die ihn auch mit der als „Geheimbund“ bezeichneten Vereinigung der „Polaires“ in Verbindung brachte, besteht Klärungsbedarf hinsichtlich seiner Rolle als Beteiligter an den Forschungen eines gewissen „Gaston de Mengel“, der – ebenfalls Mitglied der Polaires – im Jahre 1937 Forschungen zu „schwarzmagischen Zentren“ in Finnland betrieb. Just für diese Zeit fehlen für Rahn exakte Tätigkeitsnachweise – sicher ist jedenfalls, daß Rahn an Übersetzungen der Arbeiten de Mengels mitwirkte. Zu diesem Themenkomplex findet man eine knappe Einführung in dem als Teil der „Essenz & Tradition“Reihe im Forsite-Verlag erschienenen Band „Okkulte Wurzeln & Forschung im Dritten Reich“ sowie eine Übersicht in Franz Wegeners „Heinrich Himmler“, das auch viele weitere, bislang vernachlässigte Interessengebiete Himmlers wissenschaftlich beleuchtet.

Ebenso vermochte H.J. Lange Zweifel am Selbstmord Rahns 1939 aufgrund seiner homophoben Neigungen nicht restlos ausräumen, vor allem da die Identifizierung der Leiche Rahns nach mehreren Monaten der Lagerung in Tauwasser durch einen örtlichen Gendarmen erfolgte, der Rahn lediglich vom Foto her kannte und sich auf die bei der Leiche aufgefundenen Papiere verließ.

Diese Zweifel sind die Basis der ausschweifenden Fantasien der Okkultliteratur zu Gralsforschungen der Nazis, die noch während des Krieges durchgeführt worden wären, und in deren Zusammenhang auch immer wieder der Name Otto Skorzenys fällt, dem legendären Kommandoführer innerhalb der SS.xv Eine der wenigen „seriösen“ angloamerikanischen Veröffentlichungen zum Themenkomplex der okkulten Verstrickungen und der Gralssuche der Nazis, die nicht zu sehr ins phantastische abgleitet, ist die 2002 in zweiter Auflage erschienene Publikation Peter Levendas, „Unholy Alliance“ (Ersterscheinung 1995), die als diesbezügliches Standardwerk des englischsprachigen Raumes anzusprechen ist. Neben den „okkulten Wurzeln“ wie sie bereits vom früheren Standardwerk Goodrick-Clarkes untersucht wurden, befaßt sich Levenda sehr detailiiert mit dem Ahnenerbe, dem Wirken Rahns und Weisthors sowie der Frage nach der Kontinuität des Nazi-Okkultismus. Allerdings vermag Levenda dabei trotz Nutzung einiger „captured german documents“ des Nationalarchivs Washington, – etwa im Vergleich zu Rüdiger Sünners bereits länger zurückliegender, solider Veröffentlichung „Die Schwarze Sonne“ – wenig neues zu präsentieren, was wohl auf eine kaum erfolgte Aktualisierung der bereits 1995 erschienenen Erstausgabe hinweisen dürfte.

Ein weiteres Standardwerk des angloamerikanischen Raumes liegt mit Joscelyn Godwins „Arktos – der polare Mythos zwischen NS-Okkultismus und moderner Esoterik“ in soeben erschienener, neuer Übersetzung vor. Nachdem das 1996 in den USA erschienene Werk des promovierten Musikwissenschaftlers bereits 1997 in mangelhafter Übersetzung im deutschen Sprachraum erschien, erhebt nun die Neuauflage den Anspruch, die Behandlung des NS-Okkultismus anhand „seltener Schriften, antiker Mythen und unbekannter Science-Fiction-Literatur“ dem Leser im Sinne des Autoren zu vermitteln. Hervorzuheben ist jedenfalls Godwins umfassende Betrachtung, die sich ausgehend von der Frage der Bedeutung der Erdpole in den Mythen der Menschheit über Entstehungsmythen der „Arier“ in Wissenschaft und Esoterik, bis zu den „okkulten Wegbereitern“ des Dritten Reiches und bis heute nachwirkenden Legenden einer, mit Geheimtechnologien versehenen Dritten Macht erstreckt. Dabei verleitet er den Leser mit seinem eher darstellenden denn kritisch hinterfragenden Schreibstil durchaus zur Bejahung seines selbst aufgestellten Resumées, das sich hinter all den Legenden „etwas“ verbergen könnte, das Wachsamkeit gebietet.

Mit „The Secret King“ präsentiert Herausgeber Stephen Flowers eine erfrischend sachliche Würdigung Wiliguts, welche die erwähnte angloamerikanische Faszination am NS-Okkultismus der Abscheu bevorzugt und bei der auch für ihren Hang zum Romantizismus bekannte Protagonisten der Neo-Folk Musikszene mitwirkten.xvi In diesem Buch werden dem amerikanischen Publikum erstmals eine Reihe von Originaldokumenten präsentiert, wobei als Bonus auch ein 1997 erfolgtes Interview von Manfred Lenz mit Gabriele Winkler-Dechend, einer engen Mitarbeiterin Wiliguts, enthalten ist, das, bislang nicht öffentlich gemacht, diese Veröffentlichung auch für den deutschen Sprachraum interessant macht.xvii

Kritischer zu betrachten ist dagegen die 2004 erschienene Veröffentlichung „Mythos Schwarze Sonne“ aus dem DHV-Verlag, die stark sensationsheischend ein Vorwort zur Thematik bietet, das alle Klischees der Okkultliteratur erfüllt: So erfährt der Leser etwa von „unkonventionellen Fluggeräten“, die Ende des Krieges vom Gut Böddeken „Geheimmaterial“ abtransportierten oder von Geisterscheinungen Wiliguts in der Nähe der Wewelsburg. Interessanter dagegen ist der Hauptteil, der Rudolf Munds Skript „Das Mysterium der Schwarzen Sonne“ präsentiert, jedoch durch fehlende Edition und Überfrachtung mit Werbung am Ende des Buches der Publikation insgesamt einen obskuren Charakter verleiht.xviii

Die aus dem Jahr 2002 stammende Veröffentlichung Goodrick-Clarkes, Black Sun: Aryan Cults, Esoteric Nazism, and the Politics of Identity, die hier der Vollständigkeit halber Erwähnung findet, läßt bei einem flüchtigen Blick auf den Inhalt vermuten, daß sich hier der Altmeister angesichts der Fülle der neuen Literatur daran erinnert, daß mit derlei Themen noch immer Geld zu verdienen ist. Obgleich sein frühes Werk „Okkulte Wurzeln des Nationalsozialismus“ als Standardwerk mit wissenschaftlichem Anspruch gilt, hat seine jüngste Publikation, die sich thematisch an Godwins und Levendas Veröffentlichungen orientiert und ebenfalls okkulte NS-Wurzeln mit der Neuschwabenland-Legende und anderen heute fortwirkenden Mythen verbindet, im deutschen Sprachraum bislang kein Echo hinterlassen.

Die deutschen „Wunderwaffen“

Unter deutschen „Wunderwaffen“ werden in der okkult- und Verschwörungsliteratur für gewöhnlich weniger die klassischen V-Waffen, V1 oder V2, sondern vielmehr bis vor kurzem in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannte deutsche Geheimwaffen subsumiert. Dies waren zum einen die deutsche Atom-Bombe in verschiedenen Variationen und in Verbindung mit verschiedenen Trägersystemen, zum anderen die deutschen „Flugscheiben“ mit verschiedenen Antriebsarten. Während letztere bereits während und kurz nach dem Krieg thematisiert wurden,xix galt die Entwicklung einer deutschen Atombombe lange Zeit als abwegig, bevor sich der Nachweis der Existenz einer deutschen Atom-Bombe quellentechnisch nachprüfbarer entwickelte. Hier sind es insbesondere die Autoren Thomas Mehner und Edgar Mayer, die innerhalb der A-Waffen-Forschung eine Pionierstellung einnehmen, die lediglich angesichts zahlreicher Neuveröffentlichungen ein und derselben These einen faden Beigeschmack hinsichtlich allzu kommerzialisierter Ausbeutung der Forschung erhält – wobei hier auch der herausgebende und in diesem Bereich führende Verlag nicht ganz unschuldig sein dürfte – jedes neue Dokument wird scheinbar mit einem 250 Seiten Buch gewürdigt. Dennoch trugen insbesondere die Veröffentlichungen „Geheime Reichssache“, die erstmals entscheidende Zeugenaussagen präsentierte sowie das jüngste, die Thesen zusammenfassende Publikation „Die Angst der Amerikaner vor der deutschen Atombombe“ zur Erhellung des Phänomens bei. Letzteres führt dem Leser mit Verweis auf die Säuberung der deutschen Aktenbestände auch das größte Problem der Forschung zu diesem Themenbereich vor Augen und weist mit originalen amerikanischen Dokumenten mit der Register-Option „vernichten“ auch auf den außerhalb Deutschlands möglichen Verbleib wichtiger Dokumente hin. Dennoch gelang es dem Autorenduo einige erst 2005 freigegebene Dokumente in den USA zu berücksichtigen: Einen Bericht eines US-Geheimdienstoffiziers über seinen Besuch verschiedener Produktionsstätten in der heutigen Tschechei bei dem er u.a. Bauteile einer V-4, „Amerikarakete“ sowie ein 28 cm Düsenrohr vorfand, das nach Meinung der Autoren für eine Atomar-bestückte Amerikakanone dienen sollte. Ein weiterer Geheimdienstbericht erwähnt mehrstufige V-3 und V-4 Raketen, die für die deutsche Marine hergestellt wurden und vermutlich aus U-Booten heraus abgeschossen werden sollten.xx

Größere Außenwirkung erzielte jedoch erst die Veröffentlichung Rainer Karlschs Hitlers Bombe im „anerkannten“ DVA-Verlag, der die These der Existenz einer deutschen Atombombe und den Verdacht der Nutzung deutschen, mit Aufbringung des auf dem Weg nach Japan befindlichen U-Bootes U 234 erbeuteten Plutoniums für die amerikanische Atombombe erhärtete, nicht ohne jedoch auf entschiedenen Widerspruch der Historikerzunft zu stoßen.xxi Eine Übersicht über verschiedene Waffen-Projekte aber auch architektonische Entwürfe stellt Michael Ellenbogen in „Gigantische Visionen“ zusammen, ohne jedoch auf die Flugscheiben- oder A-Bombenforschung näher einzugehen.

Ein bislang weitgehend unerforschtes Feld außerhalb der Verschwörungsliteratur stellt dagegen die Existenz einer weiteren Geheimwaffe des Dritten Reiches dar, die von einigen Autoren als tatsächliche und einzig „kriegsentscheidende“ Wunderwaffe aufgefaßt wird. Hier sind es insbesondere der polnische Autor Igor Witkowski und der US-amerikanische Autor Joseph Farrel, deren Bücher in Kürze beim Mosquito-Verlag auch in deutscher Übersetzung erhältlich sein werden. Dem polnischen Militärjournalisten Witkowski gelang es bei seiner Suche nach deutschen Waffenprojekten erstmals Zugang zu Dokumenten in polnischen und US-amerikanischen Archiven zu bekommen, die Rückschlüsse auf elektromagnetische Waffen und unbekannte Energie-Quellen zuließen. Andeutungsweise geht Witkowski dabei auch auf Absatzbewegungen zur Bewahrung dieser Technologie vor den Alliierten ein („Operation Regentröpfchen“) – umfassend soll diese Thematik in einem angekündigten Titel behandelt werden.xxii Auf Witkowski bezieht sich in weiten Teilen Joseph Farrels 2006 erschienendes, zwielspältiges „The SS Brotherhood of the bell“, welches als Fortsetzungsband des bereits 1998 publizierten „Reich of the Black Sun“ verschiedenen Elemente verbindet und damit ein typisches Werk der akkumulierenden Verschwörungstheorien nach Art van Helsings im angloamerikanischen bietet. Während viele Hinweise Farrels auf die deutsche Geheimwaffenforschung plausibel erscheinen, insbesondere der Kern seiner Spekulationen, die Existenz einer SS-Forschungsgruppe mit dem Decknamen „Die Glocke“, die sich mit Antriebstechniken und Flugapparaten beschäftigte und Ende des Krieges mit der letzten Ju 390, einem 6-motorigen Langstreckenflugzeug aus der Nähe von Prag, unter Aufnahme weiterer Forschungskomponenten in Oberschlesien mit unbekanntem Ziel evakuiert wurde, läßt er mit seinem Fazit einer Nazi-Verschwörung, die von den nach dem Krieg rekrutierten Wissenschaftlern und Geheimdienstleuten um Wernher von Braun und Reinhard Gehlen initiiert wurde und auch an der Ermordung J.F. Kennedys beteiligt gewesen wäre, das Ufer der Realität in weiter Ferne zurück. Von dieser Nazi-Zentrale in den USA würden auch weitere noch bestehende Nazizentren in Südamerika und sogar in Deutschland gelenkt, die mit Hilfe der weiter entwickelten Flugscheibentechnologie ständig in die Weltpolitik eingriffen.

Vor den beiden genannten war bereits Nick Cook, ein bekannter Autor der US-Militär-Zeitschrift „Jane´s Weekly“, den Hinweisen auf deutsche Geheimwaffen und der Entwicklung eines Antigravitationsantriebes in seiner „Jagd nach Zero-Point“ nachgegangen. Im Gegensatz zu Farrel wählte Cook den überzeugenderen Stil der autobiographischen Erzählung seiner Suche nach deutschen Geheimwaffen, ausgehend von der Legende einer deutschen Anti-Gravitationstechnik, die Flugkörpern astronomische Flugeigenschaften verleihen würde. Dabei besticht insbesondere Cooks glaubwürdige Recherche, die ihn mit allerhand hier bereits erwähnten Theorien und Protagonisten konfrontiert, ihn aber nach sorgfältiger Abwägung dennoch zur Bilanz verleitet, das eine solche Waffe tatsächlich existiert haben könnte und als Antriebssystem für bereits vorhandene Flugscheiben diente. Spannend lesen sich überdies seine Erkenntnisse bezüglich der Existenz sogenannter „Foo-Fighters“, unbemannter Flugkörper, welche die Elektronik alliierter Flugzeuge außer Gefecht setzen sollten, sowie tatsächlich gebauten Flugscheiben. Für beides bringt er stichhaltige Hinweise aus amerikanischen Archiven.

Die Existenz zumindest von deutschen Plänen für als Flugscheiben zu bezeichnende Fluggeräte war dabei schon sehr früh bekannt. Lediglich die Frage nach der tatsächlichen Umsetzung solcher Pläne war stets umstritten. In Zusammenhang mit der Flugscheibenthematik wurde auch schon früh die Legende der Errichtung deutscher Geheimbasen in der Antarktis sowie an weiteren Punkten (Anden, Arktis) installiert, die von einer Absetzung von SS-Einheiten gegen Ende des Krieges mit Hilfe der Flugscheiben und des neuen, tatsächlich existierenden U-Boot Types XXI berichteten.xxiii Danach sollen die Einheiten den Kampf als „Reichsdeutsche Macht“ noch nach Kriegsende, fast unbemerkt von der Öffentlichkeit, fortgesetzt haben. Durch Anreicherung dieser Legende mit Details von Hitlers Überleben, deutschen Kontakten mit Außerirdischen und ähnlichem, führte diese Art von Publikationen ein Schattendasein als „Esoterische-Nazi-Ufologie“ und wurde insbesondere im Ausland in einer Mischung aus Bedrohungsszenario und heimlicher Vorliebe für vermeintlichen „Naziokkultismus“ sowie mit Einführung des Internets Ende der 90er Jahre mit Elementen von vorgeblichen Geheimbünden wie der Thule-Gesellschaft und dem Ahnenerbe zu einem schwer durchdringbaren Wust an Verschwörungsliteratur verquickt.xxiv Das bekannteste deutsche Beispiel war dabei Jan van Helsings Verschwörungsklassiker Geheime Gesellschaften, das nahezu jedes Gerücht und jede Legende – von den Illuminaten bis hin zum Flugscheiben-Neuschwabenland-Mythos – einbezog.

Eine Wende im deutschen Raum wurde mit der Veröffentlichung mehrerer Titel eingeläutet die sich hauptsächlich mit den luftfahrt- und technikgeschichtlichen Aspekten der Flugscheibenthematik befaßten,xxv bevor auch die verschwörungstheoretische Sicht unter Einbeziehung des Neuschwabenland-Mythos eine differenziertere Betrachtung erfuhr: Zum einen durch Heinz Schöns „Mythos Neuschwabenland“, welches sich mit wissenschaftlicher Akribie den Quellen der deutschen Antarktis-Expeditionen widmete und auch erstmals den Komplex der US-Expedition „Highjump“, einer oft als Angriff auf die deutsche Neuschwabenland-Basis bezeichnete Expedition, von der Quellenseite her nähert. Als Fazit räumt Schön durchaus Zweifel an der offiziellen Darstellung des reinen Expeditionszwecks der „Erprobung militärischen Gerätes unter arktischen Bedingungen“ ein, verweist aber die Theorie einer existierenden deutschen Basis Neuschwabenland („Stützpunkt 211“) mit Hinweis auf eine hier 1961 errichtete sowjetische Forschungsstation sowie im Hinblick auf die Schwierigkeit der Anlandung schweren Gerätes ins Reich der Legende, ohne jedoch einen wahren Kern der Legende gänzlich ausschließen zu können.

Das zweite Werk des Autorenduos Heiner Gehring und Karl-Heinz Zunneck,xxvi das sich ausführlich mit den verschiedensten Theorien um Neuschwabenland und die Flugscheibentechnologie auseinandersetzt kommt im Fazit zu dem Urteil, daß es „einen wahren Kern (gibt), um den sich aber im Laufe der Zeit eine Vielzahl von Mythen und Legenden rankten, die sich mit dem Beginn des Internetzeitalters in eine oft nicht mehr nachvollziehbare, ja geradezu aberwitzige Dimension entwickelt haben.“ Jedoch bestätigen die Autoren mit Verweis auf die Memoiren Wilhelm Landigs die Existenz einer antarktischen Basis im Gebiet Neuschwabenlands, die tatsächlich Ziel der militärischen Operation Highjump gewesen sei, jedoch bereits in den 50er Jahren nach Südamerika verlegt und dort schließlich in den 60er Jahren aufgegeben worden sei.

Die letzte in diesem Bereich erschienene Veröffentlichung, „Die Zukunft hat längst begonnen“ von Gilbert Sternhoff, greift die verschiedenen Spekulationen auf und entwirft mit der Theorie einer ausschließlich in Südamerika existenten Basis deutscher Absatzbewegungen eine durchaus plausible Alternative zur Antarktis-These. Zusätzliche Brisanz erfuhr die Veröffentlichung dabei durch den Umstand, daß die erste Auflage mit dem Titel „Die Dritte Macht“ aus markenschutzrechtlichen Gründen (vorgebliche Verwechslungsgefahr mit dem gleichnamigen Perry Rhodan Titel) vom Markt genommen werden mußte, was einige als Verbot der Offenbarung interner Geheimnisse auslegten. Zur Bestärkung der These, wonach sich deutsche Exilanten in Südamerika zu einer Vereinigung zusammenfanden, die als Dritte Macht anzusprechen wäre, ist ein Interview des Autoren mit einem involvierten Zeitzeugen abgedruckt, das viele Details über die bekannten Hinweise auf diese Absatzbewegung enthält.

Auch im Bereich der Belletristik schlägt die Thematik der Flugscheiben der „Dritten Macht“ nunmehr neue Wellen. Nachdem sich bislang ausschließlich Romanautoren des Themas annahmen, denen man eine gewisse innere Verbundenheit mit dem Wirken einer dritten Macht nicht absprechen konnte, erschien im November 2007 mit dem Roman „Stahlfront – die Macht aus dem Eis“, das unter dem Pseudonym Torn Chaines („zerschlagene Ketten“)xxvii veröffentlicht wurde, eine fiktionale Geschichte vor dem Hintergrund eines Krieges zwischen China und den USA sowie einer eingreifenden „Dritten Macht“. Dieser als „Thule-Staat“ auftretenden Macht, die sich hauptsächlich aus Nachfahren einer deutschen Absatzbewegung während des Kriegsendes zusammensetzt, gelingt es schließlich die in die Kämpfe eingreifenden außerirdischen Mächte mit Hilfe ihrer fortschrittlichen Flugscheiben-Technologie zu besiegen. Zu diesem außergewöhnlichen Stoff gesellt sich eine politisch sehr unkorrekte Beschreibung des Handlungsablaufes, so daß sich die bereits erhobenen Proteste gegen das Buch mit zunehmender Bekanntheit weiter steigern dürften. Mit der Veröffentlichung des Titels in einem bislang nicht einschlägigen Science-Fiction Verlag scheint das Thema jedenfalls die Mitte der Gesellschaft erreicht zu haben - fraglich bleibt allerdings, inwieweit die Thematik nicht bewußt zur Ablenkung von tatsächlichen gesellschaftlichen Mißständen instrumentalisiert wird.

Soeben zur Gesamtthematik erschienen ist das Werk „D. Krüger: Das okkulte 3. Reich. SS-Forschungen zwischen Germanenkunde, Okkultwissenschaften und Geheimwaffenforschung. Dieses bietet eine Gesamtübersicht, die sich vom Wirken des Ahnenerbes über das SS-RSHA bis hin zu Kammlers Denkfabrik erstreckt aber auch scheinbar abstruse Thesen zu Sonderwaffenforschungen wie dem Projekt die Glocke aufgreift. Dabei werden die Thesen aus der Sekundärliteratur mit tatsächlichen Akten und Dokumenten verglichen und so auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft.


Literatur

Chaines, Torn Stahlfront. Die Macht aus dem Eis. Unitall-Verlag, Radolfzell 2007

Cook, Nick Die Jagd nach Zero-Point. Mosquito-Verlag, Potsdam 2006

Ellenbogen, Michael Gigantische Visionen. Architektur und Hochtechnologie im Nationalsozialismus. Ares-Verlag, Graz 2006

Farrel, Joseph P. The SS Brotherhood of the Bell. The Nazis´Incredible Secret Technology. Adventures Unlimited Press, Kempten 2006

Reich of the Black Sun. Nazi secret weapons and the Cold War Allied Legend. Adventures Unlimited Press Kempton 2004

Flowers, Stephen The Secret King. Karl-Maria Wiligut, Himmler´s Lord of the Runes. Dominion / Runa-Raven Press, Waterbury / Smithsville 2001

Gehring, H. / Rothkugel, K.P. Der Flugscheiben-Mythos. Amun-Verlag, Schleusingen 2001

Gehring, H. / Zunneck, K.-H. Flugscheiben über Neuschwabenland. Die Wahrheit über „Vril“, „Haunebu“ und die Templer-Erbengemeinschaft. Kopp-Verlag, Rottenburg 2005

Godwin, Joscelyn Arktos. Der polare Mythos zwischen NS-Okkultismus und moderner Esoterik. Ares-Verlag, Graz 2007 (erstmals in deutsch: Michaels-Verlag, 1997)

Goodrick-Clarke, Nicholas Die okkulten Wurzeln des Nationalsozialismus. Lizenzausgabe, Marix-Verlag, Wiesbaden 2003 (Leopold-Stocker-Verlag 1998)

Hale, Christopher Himmler´s Crusade. The Nazi Expedition To Find The Origins Of The Aryan Race. John Wiley & Sons Ink., New Jersay 2003

Heller, Friedrich / Maegerle, Anton Thule. Von den völkischen Mythologien zur

Symbolsprache heutiger Rechtsextremisten. Schmetterling-Verlag, 2007³

Karlsch, Rainer Hitlers Bombe. Die geheime Geschichte der deutschen Kernwaffenversuche. DVA, München 2005

Lange, Hans Jürgen Otto Rahn und die Suche nach dem Gral. Arun Verlag, Engerda 1999

Weisthor. Karl-Maria Wiligut, Himmlers Rasputin und seine Erben. Arun-Verlag, Engerda 1998

Levenda, Peter Unholy Alliance. A History of Nazi Involvement with the Occult. Continuum International Publishing New York 2002² (1995)

Mayer, Edgar / Mehner, Thomas Geheime Reichssache. Thüringen und die deutsche Atom-Bombe. Kopp-Verlag, Rottenburg 2004

Die Angst der Amerikaner vor der deutschen Atombombe. Mehr Informationen und Dokumente zum größten Geheimnis des Dritten Reiches. Kopp-Verlag, Rottenburg 2007

Mierau, Peter Nationalsozialistische Expeditionspolitik. Deutsche Asien-Expeditionen 1933-45. Herbert Utz Verlag, München 2006

Moon, Peter / Nichols, Preston Montauk V. Die Schwarze Sonne. Michaels-Verlag, Peiting 1999

Mund, R / von Werfenstein, G. Mythos Schwarze Sonne. Das Geheimnis der Wewelsburg. Deutschherrenverlag, Berlin u.a. 2004

Rose, Detlef Die Thule-Gesellschaft. Grabert-Verlag, Tübingen 2008

Schreiber, Maximilian Walther Wüst. Dekan der Universität München. Herbert Utz Verlag, München 2007

Schön, Heinz Mythos Neuschwabenland. Für Hitler am Südpol. Bonus-Verlag, Selent 2006

Sternhoff, Gilbert Die Zukunft hat längst begonnen. Die Dritte Macht von 1945 bis zur Übernahme der Welt. Kopp-Verlag, Rottenburg 2007

Sünner, Rüdiger Schwarze Sonne. Entfesselung und Missbrauch der Mythen in Nationalsozialismus und rechter Esoterik. Herder-Verlag, Freiburg 2006³ (Erstausgabe: 1999)

Trimondi, Victor & Victoria Hitler, Buddha, Krischna. Eine unheilige Allianz vom Dritten Reich bis heute. Überreuter-Verlag Wien 2002

Wegener, Franz Heinrich Himmler. Deutscher Spiritismus, Französischer Okkultismus und der Reichsführer SS. Kulturförderverein, Gladbeck 2005

Witkowski, Igor The Truth about the Wunderwaffe. Books International Militaria, Farnborough 2003

Zunneck, Karl-Heinz Geheimtechnologien, Wunderwaffen und die irdischen Facetten des Ufo-Phänomens. 50 Jahre Desinformation und die Folgen. CTT-Verlag, Schleusingen 1998

i Detlev Rose: Die Thule-Gesellschaft; Grabert-Verlag Tübingen 1994 – Neuauflage für 2008 geplant!


ii Michael Kater: Das Ahnenerbe. 4. Aufl. München 2006

iii Insbesondere im Hinblick auf die Existenz der Abteilung „Zur Erforschung der sogenannten Geheimwissenschaften“ innerhalb des Ahnenerbes, die ausweislich einer Ahnenerbe-„Denkschrift“ vom Frühjahr 1939 als existent aufgeführt wurde. Ebenda, S. 113

iv So wurden Mitglieder des Persönlichen Stabes auch als Mitglieder des Ahnenerbes geführt, obgleich es innerhalb des Stabes unabhängige Forschungseinrichtungen insbesondere zur Erforschung der Frühgeschichte gab. Zu den okkultophoben Personen können neben Weisthor auch Günther Kirchhoff und Werner Bülow gezählt werden.

v Heller /Maegerle: Thule. Vom völkischen Okkultismus zur neuen Rechten. Stuttgart 1998²


vi Ludendorff verbreitete Anfang der 30er Jahre eine ganze Reihe von anti-freimaurerischer Literatur, wobei er auch explizit vor der vom tibetischen Buddhismus ausgehenden Gefahr warnte; vgl. hierzu J. Strunk: Zu Juda und Rom - Tibet. Ihr Ringen um Weltherrschaft. Ludendorff-Gesellschaft München 1937


vii Vgl. insbesondere E. Schäfer: „Geheimnis Tibet“ und ders. „Über den Himalaya ins Land der Götter“

viii Filmdokumentation „Geheimnis Tibet“


ix So übergab Kater 1969 Notizen vertraulicher Informationen Begers an die Staatsanwaltschaft, woraufhin dieser nach ein einem Prozeß zu drei Jahren Haft verurteilt wurde – ein schönes Beispiel für die Politik der „Verbrannten Erde“ herrschender Geschichtswissenschaft: Das Feld abgrasen und danach zerstören um späteren Forschern eine Revision des herrschenden Geschichtsbildes zu erschweren

x So findet sich in Mieraus Quellenverzeichnis keine einzige außerdeutsche Primärquelle, in seinem Literaturverzeichnis ganze fünf englisch-sprachige Titel – eine für eine Dissertation überaus magere Ausbeute!


xi Der Freedom of Information Act (FOIA) gibt jedem US-Bürger das Recht, Zugang zu Dokumenten der Exekutive (der Regierung) der Vereinigten Staaten von Amerika (USA) zu verlangen. Das am 4. Juli 1966 von Präsident Lyndon B. Johnson unterzeichnete und ein Jahr später in Kraft getretene Gesetz wurde jedoch erst durch eine 1974 erfolgte Novellierung zu einem wirksamen Instrument.

xii Zwar wurden freundschaftliche Noten beider Regierungen ausgetauscht, eine Rücklassung eines Radiosenders ist zwar überliefert, doch weniger um einen direkten Kontakt Hitlers mit dem Pantschen Lama zu ermöglichen – wie es etwa „Montauk V – Die Schwarze Sonne“ suggeriert -, denn um dem technologisch unterentwickelten Land ein Gastgeschenk zu hinterlassen. Interessant an diesem 1999 beim Michaels Verlag in deutscher Übersetzung erschienendem Werk, sind dagegen Hinweise auf eine 1943 im Auftrag des amerikanischen Geheimdienstes OSS durchgeführte Forschungsreise Brooke Dolans, einem früheren Expeditionskollegen Schäfers, von der sich im Nationalarchiv

xiii Lange: Otto Rahn; derselbe: Weisthor

xiv In einem Interview mit dem Musikportal Neo-Form spricht Lange von einer überarbeiteten Fassung mit neuem Quellenmaterial, allerdings gibt es bislang noch keine Information, ob das Werk jemals erscheint. Vgl.: neo-form.de/artikel/artikel.php

xv Hierzu insbesondere der „Klassiker“ der Okkultliteratur, Pauwels / Bergier: Aufbruch des 3. Jahrtausends, ebenso Carmin: „Das Schwarze Reich“

xvi Editiert wurde das Werk von Michael Moynihan, Interpret von „Blood Axis“; gedankt wird auch Kadmon (Allerseelen), der sich in einer Aorta-Reihe bereits mit Otto Rahn und Karl-Maria Wiligut befaßte.

xvii Manfred Lenz (Turbund Sturmwerk) erscheint in Zusammenhang mit einer in der „Sonnen-Wacht“-Reihe erschienenen Kontroverse zwischen ihm und Hans-Jürgen Lange – leider gibt es bislang von Lenz keine Monographie zu dem Thema.


xviii So scheint es sich bei der herausgebenden Vereinigung, dem“ Neutempler-Orden“ ONT, um einen selbsternannten Verein zu handeln, der mit der Vermarktung von Lanz von Liebenfels und dem Verkauf von „Ordenstiteln“ eine ergiebige Geldquelle entdeckt zu haben scheint

xix Vgl. angloamerikanische & deutsche Zeitungsartikel (u.a. New York Times, 14.12.1944 / Der Spiegel, 30.03.1950 / Basler Nachrichten, 13.02.1947) sowie die frühesten Publikationen von Friedrich Georg: Hitlers Siegeswaffen.

xx Mayer/Mehner: Die Angst der Amerikaner, S. 226 ff.

xxi Und dabei die Forscher Mayer, Mehner u.a. völlig zu verschwiegen

xxii „Code-Name Regentroepfchen“, siehe www.igorwitkowski.com/other.html

xxiii Hier dominierten die in Kanada publizierten Titel von Friedrich Zündel und W. Mattern, die jedoch die Darstellung des Flugscheibenkomplexes stets mit politischen Inhalten zur „Beseitigung der alliierten Fremdherrschaft“ mischten; Mattern: Ufos – Unbekanntes Flugobjekt? Letzte Geheimwaffe des Dritten Reiches. Samisdat Publishers Ltd., o.J. Kanada sowie in Romanform Wilhelm Landigs Thule-Trilogie (Wolfszeit um Thule / Götzen gegen Thule / Rebellen für Thule)

xxiv Im deutschen Sprachraum führend dabei Norbert Jürgen Ratthöfer, von dem auch die Videodokumentationen: „Ufo – das dritte Reich schlägt zurück“ sowie die entschärfte Version „Ufo Geheimnisse des Dritten Reiches“, (Sternentor-Verlag) stammen, wobei hier noch eine um eine gewisse Sachlichkeit bemühte Darstellung festzustellen ist. Jüngst bei Polarfilm ist eine russische Videodokumentation erschienen, die sich ebenfalls der Thematik annimmt, ohne jedoch neue Fakten zu präsentieren.

xxv Hier insbesondere Rothkugel / Gehring: Der Flugscheiben-Mythos. Amun-Verlag Schleusingen 2001 sowie J. Andreas Epp: Die Realität der Flugscheiben. Michaels-Verlag Peiting 2002; mit Informationen zu bereits 1956 erfolgten Mondflügen verfällt Klaus Peter Rothkugel jedoch in: Das Geheimnis der deutschen Flugscheiben. VDM Verlag 2002 wieder der spekulativen Darstellung des Flugscheibenphänomens

xxvi Gehring / Zunneck: Flugscheiben über Neuschwabenland; ebenfalls lesenswert, da erstmals seriös recherchierend Zunneck: Geheimtechnologien, Wunderwaffen und die irdischen Facetten des UFO-Phänomens“ CTT-Verlag 1998

xxvii Der herausgebende Verlag hegt dabei die Geschichte, bei Chaines handele es sich um einen emeritierten US-Professor für Geschichte und deutsche Literatur, doch selbst ein angebliches Interview des Autoren in „Originalsprache“ kann den bereits in einschlägigen Foren geäußerten Verdacht nicht entkräften, das es sich hier um einen deutschen Autoren handelt – zu klischeebeladen wirkt seine angebliche Biographie und zu unglaubwürdig ist die Geschichte, nach der sich aus Gründen politischer Korrektheit kein amerikanischer Verlag zum Abdruck der Geschichte fand. Vgl. www.stahlfront.de/interview-autor.html



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