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04-03-12 18:18 Alter: 9 Jahr/e

Der Geldwahnsinn der Europäischen Zentralbank

Kategorie: Politik / Wirtschaft, Wirtschaft

Draghi leiht europäischen Banken 1,1 Billionen Euro zu Niedrigzinsen – Banken bunkern 800 Milliarden bei der EZB zu noch niedrigeren Zinsen

EZB-Chef Mario Draghi
EZB-Chef Mario Draghi

In den letzten Monaten warf der neue EZB-Chef Mario Draghi die Gelddruckmaschinen an und stellte den europäischen Banken insgesamt 1,1 Billionen Euro zu Zinssätzen von 1 Prozent zur Verfügung. Die Banken nahmen dankend an. Nun wurde bekannt, dass fast 800 Milliarden des geliehenen Geldes von den Banken bei der EZB gebunkert wurden, wo sie 0,25 Prozent Zinsen erhalten. Also ein Verlustgeschäft, da sie mehr Zinsen aufbringen müssen als sei einnehmen solange das Geld bei der EZB liegt. Damit wird zweierlei dokumentiert: Zum einen, der Wahnsinn der Geldvermehrung, der in der Regel zu einer Entwertung des Geldes, also einer Inflation führt, deren Verhinderung vor Draghis Amtsübernahme stets oberste Priorität hatte. Zum anderen zeigt der Vorgang, dass es nicht zuwenig Geld in Europa gibt, denn die Banken wissen offensichtlich nicht, wohin mit dem Geld. Lediglich die Staaten sind planmäßig überschuldet worden, durch amoralische und inkompetente Politiker und raffinierte Banker. Während aber die Staaten zu wenig Geld haben und die Banken mit den neuen Geldern nur bedingt Staatsanleihen kaufen und so den Staaten zu niedrigeren Zinsen verhelfen um sich neues Geld zu leihen, fließt ein großer Teil der Gelder – 30-50 % - nach und nach in riskante Börsenspekulationen. Eben jene Börsenspekulationen, die in der Vergangenheit immer wieder zu großen Verlusten der Banken geführt haben, die dann wiederum von den – selbst überschuldeten - Staaten finanziell gestützt werden mussten.

Der Laie fragt sich natürlich , warum denn die EZB nicht gleich den Staaten Geld leiht, damit diese ihre Schulden bei den Banken tilgen können und erntet mit solchen Überlegungen bei den Wirtschafts- und Finanzexperten nur ein müdes Lächeln ob seiner Einfältigkeit. Denn Logik oder gesunder Menschenverstand und Finanzexpertenwissen sind Dinge, die offensichtlich einander ausschließen. Zwar ist den Experten zuzustimmen, dass dadurch der Anreiz zum Sparen verlören ginge, allerdings kann dieser Gefahr durch einfache Gesetze begegnet werden und tatsächlich schreiben ja auch die Euro-Stabilitätskriterien Sparmaßnahmen vor, man müsste diese nur noch zur Anwendung bringen. Tatsächlich aber ist das Sparen wie derzeit von Griechenland gefordert kein Selbstzweck wie man meinen könnte, sondern soll nur dazu dienen, dass sich die Länder weiterhin verschulden können, indem sie neue Kredite aufnehmen. Wenn also die Zinsraten wieder auf einen Satz gesunken sind, zu dem sich die Staaten wieder Geld leihen wollen, ist der Sparzwang obsolet, denn damit das Geldsystem funktioniert, sollen sich die Staaten ja verschulden. Wenn nämlich alle Staaten ihre Schulden zurückzahlen würden, würde sich die Summe des im umlauf befindlichen Geldes drastisch reduzieren – denn es gilt der alte Leitsatz: Geld entsteht durch Schulden (genauer Kredite, die der Kreditnehmer den Banken nach Erhalt schuldet). Dann aber gäbe es kein Geld mehr, dass sich beliebig in irgendwelche dubiosen Börsenspekulationen investieren ließe. Dieses Geld nämlich steht immer dann zur Verfügung, wenn große Kredite von Staaten fällig werden. Die Banken, die diese Summen des an den Staat verliehenen Geldes zurück erhalten, wissen dann nämlich nicht wohin mit dem Geld und investieren es in Börsenspekulationen. Der Verleih dieser riesigen Geldsummen wurde also nicht deshalb notwendig, weil zu wenig Geld vorhanden wäre, sondern lediglich weil durch den Schuldenschnitt mit Griechenland weniger Geld zurückfloss als notwendig, um die Börsenspekulationen weiter anzutreiben. Die gewünschte Folge dieser Börsenspekulationen aber sind ein Anstieg der Preise für Öl und Grundnahrungsmittel, wodurch sichergestellt wird, dass sich nicht nur die Staaten auch in Zukunft weiterhin verschulden müssen, sondern auch Privatpersonen. Der Schlüssel zur Lösung dieses Karussels des Irrsinns liegt in einer ebenso einfachen wie bekämpften Maßnahme: Die Ersetzung des Zinses durch eine adäquate Maßnahme, um den Geldumlauf sicherzustellen (z.B. Negativzins). 

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